Weinfreunde Deutschland

Die Weinfreunde Deutschland im Netz

Archiv für die Kategorie ‘Tester des Monats’

Jeden Monat ein Weintest.
Jeden Monat beschreibt ein Mitglied der Weinfreunde Deutschland einen Wein, den er sich ausgesucht hat. Mal gehobene, mal Supermarktklasse. Meist einfach, manchmal schwer zu bekommen.

Tester des Monats Dezember 2008

Von Sterry am 7. Dezember 2008

Im Test:

2005er Edle Eiche Dornfelder
Barrique trocken

Prädikat: QbA
Rebsorte: Dornfelder
Preis: unter 7,00 € glaube ich
Alkoholgehalt: 13,o%
Region: Pfalz
Gebinde: 0,75l

Erzeuger/Weingut: Altes Schlösschen, St. Martin
Silberne Kammerpreismünze
Silberner Preis der DLG

Edle Eiche

Urteil:
Also, Leutz…
hier mal ein wunderbarer Rotwein, der im Preis-Leistungsverhältnis super ist und auch noch aus Deutschland kommt. Es muss mal gesagt werden, dass ein guter Rotwein, oder überhaupt ein  Wein, nicht unbedingt über 10,-€ kosten muss, oder von der “Vinothek” um die Ecke kommen muss, um richtig gut zu sein. Dieser Wein ist der beste Beweis, dass auch ein guter Wein auch zu einem günstigen Preis zu bekommen ist. Das Vorurteil, Weine zu einem zwei- bzw. dreistelligen Preis seien eine Homage für den Gaumen und Genusssinne, ist mit dem Verzehr diesen Weines völlig dahin. Mit Sicherheit gibt es Weine in diesen Preisklassen, die vieles übertreffen. Und auch ich selber habe Weine gekostet, die meine Geldbörse (ich weiss gerade nicht wie man “ihr weisst schon was ich meine” schreibt)  ins Soll erleichtert haben. Die waren alle klasse. Aber zum wesentlichen: Wer Dornfelder als lockeren Tischwein kennt, sollte diesen probieren. Seine tiefrote Farbe und sein runder taninreicher Geschmack macht einem nichts vor, sondern verspricht gleich eine superlative der Geschmackssinne. Formuliert ein bisschen hochkarätig, aber anders kann man es nicht beschreiben, um deutlich zu geben, auf welchen Niveau sich dieser Wein “versteckt”. Ich denke, es kommt auch nicht von Ungefähr, wenn ein gutes, angesagtes Weinlokal aus Herford dieses Weingut seit Jahren auf seiner Weinkarte besteht. Da brauch auch kein neumoderner S….., oder wie sie alle heissen, benannt nach alten Textilfabriken aus Herford, angefangen mit “E” und aufgehört mit “..bach” -Restaurant, oder, oder, oder, dass Qualität ihren Preis hat. Naja, zum Glück ist Geschmacksache verschieden. Aber ich versichere Euch, dass dieser Wein jeden Cent wehrt ist. Übrigens, er passt gut zu Schokolade, natürlich 70% und mehr, Rind usw. wisst Ihr schon, da erzähl ich nichts neues. Und wer es mal sehr experimientell haben möchte, ab in den Kühlschrank. Vor allen Dingen im Sommer, wenn man auf Zimmertemperaturwein keine Böcke hat. Gesamturteil: Einfach Klasse!!!

Prost, Sterry

Test des Monats September 2008

Von Ron am 10. September 2008

Ron Ron

Im Test:

Dornfelder – Deutsches Weintor – Edition Mild

Rebsorte: Dornfelder
Land/Region: Deutschland – Pfalz/Ilbesheim
Weingut: Erzeugerabfüllung
Gesamtsäure: 4,0 g/l Säure, 10,0 g/l Restsüße
Preis: ca. 6 Euro
Alkoholgehalt: 12,5 %
Gebinde: 0,75 l
Bezugsquelle: Königsallee – Düsseldorf

 

weintor-dornfelder

Erkenntnis:

Dieser Dornfelder Wein ist eine spezielle Edition und in den Bereich der säurearmen Weine einzuordnen. Der Säuregehalt konnte bei diesem Wein durch die Auswahl bestimmter Bakterienstämme deutlich reduziert werden. Die verbliebene Säure konnte in bekömmlichere Milchsäure umgewandelt werden. Feine Aromen konnten so im Wein erhalten bleiben. Diese Art der Erzeugung wird bei der Deutschen Weintor EG LO3-Verfahren genannt und unter der „Edition mild“ vertrieben.
Diesen Wein entdeckte ich in einem Geschäft für Tabakwaren und Weine auf der Königsalle in Düsseldorf. Da ich Säurearme Weine, aufgrund meines gesundheitlichen Befindens (Pyrosis oder Refluxsymptome), sehr schätze, entschloss ich mich ihn zu kaufen.
Dieser Wein ist ein besonders säurearm und sehr bekömmlich. Er erscheint dem Betrachter mäßig rot und duftet nach frischen roten Früchten. Dies spiegelt sich im ebenfalls fruchtigen und blumigen Geschmack wieder. Dieser Wein ist sehr mild und kann auch gern unterhalb normaler Raumtemperatur genossen werden.
Der Bezeichnung „Mild“ sagt es ganz deutlich: Wer kräftige rote Weine mag und dessen gesundheitliches Wohlbefinden in der Magengegend (Refluxsymptome) ausgewogen ist, trifft mit diesem Wein eine schlechte Wahl. Dieser Wein ist nicht nur ein Gaumenschmeichler, sondern auch ein Magenschmeichler und somit in die Kategorie „Süffig“ einzuordnen.
Ich hoffe, der „strengen“ Kritik der Weinfreunde mit diesem Test genüge getan zu haben. ;-)

Weinfreund,
Ron

Tester des Monats August 2008

Von Jens_W am 30. Juli 2008

Jens Jens

Im Test

Nobling Kabinett 2007

Rebsorte: Nobling
Land/Region: Markgräflerland, Bad Krozingen Steingrüble
Weingut: Hugo Glöckler
Gesamtsäure: 4,6 g/l Restzucker: 19,2 g/l
Preis: 4,20 Euro
Alkoholgehalt: 10,0 % vol.
Gebinde: 0,75 l
Bezugsquelle: www.weingut-gloeckler.de

Urteil

Die weiße Rebsorte ist eine Neuzüchtung zwischen Silvaner und Gutedel, der Name soll eine Steigerung von “edel” symbolisieren.
Die Kreuzung erfolgte im Jahr 1940 durch Dr. Johannes Zimmermann (Freiburg), der Sortenschutz wurde 1971 erteilt. Die Rebe wird ausschließlich im deutschen Anbaugebiet Baden angebaut.
Es werden Prädikatsweine und Sekt daraus produziert

Beim jährlichen Besuch von Freunden in Freiburg, entdeckte ich den Wein auf dem Wochenmarkt in Bad Krozingen. Dort kostete ich ihn und entschloss ihn zu kaufen.

So nun zum Wesentlichen,
im Auge ein helles gelb, in der Nase Duft nach gelben Früchten, der Geschmack fruchtig-mild und im Abgang lebendig.
Zur gastronomischen Empfehlung,
angeblich passt der Wein zu Salat mit Joghurtdressing, weißem Fleisch und zur leichten Sommerküche.
Ich bezeichne ihn als Terrassen- oder Gartenwein.

Prost,

Jens


Tester des Monats Juli 2008

Von Marc am 30. Juli 2008

MarcMarc

Im Test:

Kreuznacher Grauer Burgunder 2006

Land/Region: Deutschland/Nahe
Rebsorte: Grauer Burgunder
Prädikat: Q.b.A.
Preis: 5,00 €
Alkoholgehalt: 12,5%
Gebinde: 0,75 Liter-Flasche
Erzeuger/Bezugsquelle: Weingut Emrich-Montigny 

Emrich-Montigny Grauer Burgunder 2006

 

 Urteil:

Zur Feier des Tages (oder vielmehr des Wetters) teste ich heute mal keinen Rotwein sondern einen weißen, einen grauen Burgunder um genau zu sein. Der 2006er Kreuznacher Grauer Burgunder von dem Weingut Emrich Montigny von der Nahe ist genau der richtige Wein für diese heißen Sommerabende, an denen es einfach nicht kühler werden will; und eigentlich auch nicht braucht, denn dann kann man diesen herrlichen Trinkwein (was sind denn dann die anderen ?) noch das ein oder andere Gläschen länger geniessen. Gut oder zumindest leicht gekühlt ist er der perfekte Abschluss eines schönen Tages.

Wie es graue Burgunder so an sich haben, verfügt er über ein reichhaltiges fruchtig-blumiges Buckett, in dem man so einige Zitrusfrüchte (Aprikose, Orange u.ä.) wiederfindet. Seine leichte Säure ist eine wahre Erholung für alle, die allein beim Gedanken an einen Riesling schon Sodbrennen bekommen. Die Gefahr besteht hier auf jeden Fall nicht. Diesen trotz seiner 12,5 Volumenprozente noch leichten Wein kann man wieder und wieder aus dem Keller holen, so einen unaufdringlichen Charakter besitzt er. Ich denke, man schon einiges dafür tun, um ihn sich leid zu trinken.

Aus dem gleichen Hause gibt es für ein Paar Euro mehr noch eine im (man höre und staune) Barrique ausgebaute, trockene Grauburgunder-Auslese, die ebenfalls sehr zu empfehlen ist. Sie ist allerdings nicht nur aufgrund des leichten Barrique-Aromas eine schwerere Variante des Grauburgunder-Themas.

Mit beiden wünsche ich Euch viel Spaß !!

Prost,

Weinfreund Marc

Tester des Monats Juni 2008

Von Excel am 31. Mai 2008

Sven a.k.a. ExcelExcel

Im Test:

Regent 2007

Abfüller: Andreas Oster Weinkellerei KG, Cochem
Herkunft: Deutschland
Anbaugebiet: Pfalz
Rebsorte: Regent

Jahrgang: 2007
Auszeichnungen: Deutsches Weinsiegel (grün)
Flascheninhalt: 0,75 l
Alkoholgehalt: 11,5 % vol
Trinktemperatur: 15° C – 17
° C
Preis: 1,95 Euro
Bezugsquelle: Aldi Nord

Regent

Urteil:

Letzte Woche brachte meine Frau diesen Rotwein von ihrer wöchentlichen Einkaufstour mit. Zuerst war ich sehr skeptisch, ob ein so günstiger Rotwein überhaupt schmeckt, aber nach den ersten Schlückchen war ich positiv überrascht.

Der Regent ist eine Rebsorte, die speziell als gegen Pilzerkrankungen resistente Rebsorte entwickelt worden ist. Das soll jedoch nicht so ganz funktioniert haben. Dennoch bringt sie relativ (im Vergleich zu anderen deutschen Rotweinrebenneuzüchtungen oder der jüngeren Importe) schmackhafte Weine hervor. Als Rebsorte überzeugt der Regent dank seiner Qualitätseigenschaften und seiner Farbkraft. Geschmacklich und auch in seiner Eigenschaft als Verschnittpartner könnte man ihn am ehesten mit dem Merlot vergleichen. Der Regent ist eine Neuzüchtung und erhielt erst 1996 die Sortenzulassung (Klassifizierung).

Der mit dem Deutschen Weinsiegel (grün) ausgezeichnete Regent überzeugt durch seine sehr dichte, dunkle Farbe. Der Duft erinnert an reife Pflaumen und schwarze Beeren und der Geschmack ist geprägt durch seine erdige, würzige und tiefe Struktur.

Der Regent von Aldi ist auf jeden Fall zu empfehlen und schmeckt hervorragend zu Pizza und Käse. Und bei dem Preis kann man ja wohl wirklich nix verkehrt machen.

Also zugreifen ist angesagt!

Zum Wohl,

Euer Weinfreund Excel

Tester des Monats Mai 2008

Von Jens_G am 7. Mai 2008

JensJens

Im Test

Azienda Agricola Savigliano Mario Barolo 2000
DOC

Land/Region: Italien/ Piemont
Rebsorte: Nebbiolo
Prädikat: DOC
Preis: unbekannt
Alkoholgehalt: 13,5% vol.
Gebinde: 0,75l
Erzeuger/Bezugsquelle: DIANO d’ALBA

Dolcetto di Diano Alba


Urteil:

Hallo liebe Weinfreunde,
ich bin’s mal wieder.
Relativ unverhofft bin ich für diesen Monat zum Tester geworden, also denn mal los.
Ärgerlicher Weise habe ich etwas Schnupfen, mein Test könnte also unverschnupft auch anders ausfallen.
Der von mir getestete Barolo war mal wieder ein Geschenk, deswegen kann ich leider zum Preis keine Angaben machen.
Nachdem ich dem Wein eine angemessene Zeit zum atmen gegeben habe, habe ich mich freudig an der ersten Schluck gewagt.
Volumen! Das umschreibt den Geschmack glaube ich am besten.
Schöne, kräftige Tannine, tiefrote, fast schon undurchsichtige Färbung mit schon leichten orangen Nuancen im Licht. Etwas zu fruchtig vielleicht aber alles sehr ausgewogen.
Der Geruch spiegelt das Volumen merkwürdiger Weise nicht wider. Dieser läßt eher einen leicht metallischen Geschmack vermuten.
Ich hätte dem Wein evtl. noch 1 bis 2 Jahre geben sollen, vermutlich wäre er dann um einiges runder und die Fruchtigkeit wäre Zugunsten der Fülle noch etwas zurück gegangen.
Sollte nun der Verdacht aufkommen, der Barolo Savigliano Mario 2000 wäre nur ein mittelmäßiger Wein, kann ich dem nur ein klares NEIN entgegen bringen!
Spaß macht der Barolo Savigliano Mario auf jeden Fall und ich habe mir fest vorgenommen ihn unverschnupft noch einmal zu probieren.
Falls ihr diesen Wein mal irgendwo im Weinregal findet, kaufen!

Bis zum nächsten (hoffentlich unverschnupften) Mal denn,
Jens_G

Tester des Monats April 2008

Von Carsten am 31. März 2008

Carsten Carsten

Im Test:

Wilhelm Zähringer Edelgräfler 2006

Erzeuger: Wilhelm Zähringer
Herkunft: Deutschland
Anbaugebiet: Baden
Rebsorte: Gutedel

Jahrgang: 2006
Ausbau: Holzfass
Flascheninhalt: 0,75 l
Alkoholgehalt: 11,5 % vol
Trinktemperatur: 11° C
Preis: 7,95 Euro
Bezugsquelle: Ferdinand Lange, Bünde

Edelgräfler 2006

Mein Urteil supp. by Steffi:

Da der Frühling vor der Tür steht, wird es mal wieder Zeit für einen leckeren Weiswein. Dieser hier, von Wilhelm Zähringer, ist mir eher zufällig in die Hand gefallen. Interssant für mich dabei war die recht seltene Rebssorte. Die Edelgutrebe wird in Deutschland nur in Baden und dort wiederum nur im Markgräfler Land angebaut. Alle Versuche sie anderswo in Deutschland zu kultivieren scheiterten aus nicht wirklich bekannten Gründen. Die Rebsorte soll in Ägypten entdeckt worden und dann irgendwann nach Europa gelangt sein.

In der Farbe ist er hell- bis strohgelb. Sein Buquet entfaltet er, auch für einen Weiswein, sehr langsam, jedoch versprüht er nach einer Weile seine Frische und Frucht. Im Mund wirkt er durch die geringe Säure sanft und leicht. Er lässt Pfirsich oder Aprikose erkennen. Die Holzfasslagerung konnte ich hingegen nicht herausschmecken, was für mich allerdings kein Nachteil ist.

Insgesamt war ich mit meiner Wahl sehr zufrieden. Bei ca. 11 Grad  hat er wohl auch tatsächlich seine ideale Trinktemperatur. Für mich dürfte es aber auch ein wenig kühler sein. Ich denke er lässt sich zu jeder Gelegenheit trinken, ob zum Essen oder einfach zum Genießen. Hervorzuheben ist die besondere Rebsorte, die meines Erachtens locker mit guten Rivanern und Silvanern mithalten kann.

Hochachtungsvoll,
Euer Carsten

 

Tester des Monats März 2008

Von Joern am 2. März 2008

Jörn  Jörn

Im Test:

Elias Mora Toro

Erzeuger: Las Dos Victorias
Herkunft: Spanien
Anbaugebiet: Toro
Rebsorte: Tinta de Toro
Jahrgang: 2005
Ausbau: Semicrianza
Lagerzeit: 2010
Flascheninhalt: 0,75 l
Alkoholgehalt: 14 %
Trinktemperatur: 16° C.
Auszeichnungen: „WINE AWARD 2005“ vom “FEINSCHMECKER”; Robert Parker 2005 90 Pkte./2003; Robert Parker 2007 90 Pkte./ 2003
(Quelle: www.vino-mundo.de)
Elias Mora Toro

 

Expose:

Diesen Wein habe ich erstmalig im März 2007 in der Weinbar3a (www.weinbar3a.de) in Bielefeld getrunken. Eher notgedrungen, weil günstigerer Vertreter auf deren Karte (dort 23€/Flasche), folgte ich seinerzeit der Empfehlung des Kellners den ich nach einem kräftigen aber nicht allzu staubigen Rotwein gefragt hatte – ich wurde nicht enttäuscht. Seit jenem Abend ist mir der Wein in allerbester Erinnerung geblieben und eher die Faulheit hielt mich in der Zwischenzeit davon ab mich dieses Toros habhaft zu machen. Als es nun für mich an der Zeit war den Test des Monats März vorzubereiten, hielt ich es für die beste Gelegenheit mir den Geschmack dieses außergewöhnlich guten Spaniers wieder in Erinnerung zu rufen. Nach kurzer Zeit wurde ich beim Online-Weinhandel www.vino-mundo.de fündig und durfte feststellen, daß der bereits damals von mir recherchierte Kaufpreis von 10€/Flasche immer noch Bestand hat. Also habe ich 1 Kiste bestellt und nach 2 Tagen Lieferzeit bekomme ich nun endlich die Gelegenheit mir diesen charaktervollen und unter viel Sonne gereiften Wein schmecken zu lassen.

Die erste sensorische Wahrnehmung dieses Weines ist unweigerlich die tiefrote, ja fast schwarze Färbung die aber kurz nach dem Einschenken des ersten Glases von einem sehr markanten Duft nach dunklen Beeren in den Hintergrund gerückt wird. Selbst wenn man den Wein neben sich auf dem Tisch abstellt, kann man sich der überragenden Olfaktorik dieses erstklassigen Erzeugnisses nicht dauerhaft entziehen. Man kann das Glas auch solange gegen das Licht halten wie man will – Licht kommt durch diesen Wein nicht hindurch. Und genauso wie er aussieht und duftet so schmeckt er auch. Dieser Wein steht erwachsen seinen Mann unter den trockenen Rotweinen ohne dabei übertrieben ausdörrend an Gaumen und Zunge zurückzubleiben.

Mit 14% Alkoholgehalt wird dieser Wein seinem Anspruch an ein charaktervollen Spanier mehr als gerecht – trotz seines semi- crianza Ausbaus will er nicht als Leichtgewicht verstanden werden. Und wüsste man es nicht besser, würde man auch nicht von allein auf die Idee kommen, daß dieser Wein nur ein gutes halbes Jahr im Eichenfaß verbracht hat. Überraschend lange hält der kräftige aber nicht aufdringliche Geschmack nach jedem Schluck nach, was ihn dann auch zu einem wirklichen Genußwein macht. Dieser Tempranillo ist eine echte Alternative, wenn man nicht auf staubtrockene Rotweine festgelegt ist.
Alles in allem wird dieser Wein sämtlichen Ansprüchen dieser Preisklasse mehr als gerecht und es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal sein, daß ich mir ein paar Flaschen dieses Jahrgangs in mein, derzeit zugegebener Maßen verwaistes, Weinregal lege.

Beschreibung:
Würzig, kräftiger Rotwein.Fleischige Konsistenz mit animalischen Noten von Waldboden, Schokolade und dunklen Früchten. Bevorzugt zu Wintergerichten mit dunklem Fleisch.

Über Las Dos Victorias: Die Trauben stammen aus einer 20 Jahre alten Einzellage bei San Román de Hornija im Besitz des Elias Mora, dessen Name dieser Wein auch trägt. Die Lage des Rebberges ist begünstigt von ununterbrochener Sonneneinstrahlung bis zum Abend, was Extrakt und Farbe erheblich verbessert. Der Ausbau erfolgte in Barriques aus neuer französischer und amerikanischer Eiche, geklärt wurde mit natürlichem Eiweiß. Auffallend die schwarzrote Farbe der drei Weine, die zu den Spitzengewächsen der Region, wenn nicht Spaniens überhaupt, zählen. Hohe Konzentration der Tinta de Toro – Frucht, sowie extreme Selektion im Weinberg verleihen diesen Weinen etwas Kraftvoll – Animalisches, der Abgang ist schier endlos und das neue Holz ist nunmehr wunderbar geschmeidig mit dem Wein verbunden. Leider, aber zu Recht, hat sich auch der Preis der Crianza nach oben entwickelt, den Kenner werden sie aber kaum vom Genuss dieser wunderbaren Weine abhalten.

Mit besten Grüßen

Weinfreund Jörn, Präsident

Tester des Monats Februar 2008

Von Joerg am 14. Februar 2008

Jörg Jörg

Im Test:

Simonsvlei

Land/Region: Irgendwo afrikanischer Kontinent
Rebsorte: k.A.
Prädikat: k.A.
Preis: 4 Euro
Alkoholgehalt: k.A.
Gebinde: k.A.

Bezugsquelle:
Ebay

Simonsvlei

Urteil:

Ein Ausgeprägter Duft von reifen Pflaumen und Würznoten. Schön fruchtig, am Gaumen ausgewogen, saftig und rund mit fein unterlegter Würze. Unaufdringliche Tannine sorgen für ein ausgewogenes Geschmacksbild.

Mein diesjähriger Lieblingswein aus dem Hause Simonslvei. Afrikaner für mich immer noch die erste Wahl.

Jörg

 

Tester des Monats Januar 2008

Von Marc am 1. Januar 2008

Marc Marc

Im Test:

Kreuznacher Dornfelder 2003

Land/Region: Deutschland/Nahe
Rebsorte: Dornfelder
Prädikat: Q.b.A.
Preis: 9,10 Euro

Alkoholgehalt: 13,0%vol
Gebinde: 0,75 l
Erzeuger/Bezugsquelle:
Weingut Emrich-Montigny

Emrich Montigny Dornfelder 2003

 

Urteil:

Eins vorweg : Mit einem Dornfelder kann man – wie mit einem Chianti auch – meiner Meinung nach wenig verkehrt machen, oder jedenfalls weniger als mit anderen Weinen. Sie spielen was Süffigkeit und Ausgewogenheit angeht ganz einfach in einer anderen Liga (und das, obwohl der eine immer häufiger sortenrein, der andere ein richtiger Cuvee (klingt doch wohl schöner als “Verschnitt”) ist).

Und genauso verhält es sich auch bei diesem trockenen Dornfelder. Er ist herrlich rund und in sich stimmig. Der Wein wurde im Barrique ausgebaut, was aber – wie bei einem deutschen Wein zu erwarten – zu keinem übertriebenen Holzaroma geführt hat. Ebenso halten sich die Tannine eher im Hintergrund, was das Gesamtbild aber ebenso bereichert wie die leichte Kirschnote, die sich sowohl beim Geschmack als auch beim Bukett bemerkbar macht.

Wer also einen schönen Rotwein sucht, der sich sowohl einfach schlabbern als auch richtig geniessen lässt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Prost,
Marc